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Sendung vom 19.12.2011

19. Dezember 2011

live: 19.12.2011
Wdh.: 26.12.2011

Timo zum ersten Kupferbaufest am 15.12.2011
Seit das Wintersemester begonnen hat gab es – mit einer Ausnahme – jeden Donnerstag abend an einem anderen Ort in Tübingen eine kleine “Open Air” Party. Mehr oder weniger “spontan” waren jedesmal Studierende mit einer Musik-Anlage, Glühwein und Bier an verschiedenen Orten im Umfeld der Universität aufgetaucht. Mal waren sie hinter dem Hegelbau und öfter auch hinter der neuen Aula oder auf dem Parkplatz des Rektorats.
Mit den ungenehmigten Festen wollten die Studierenden ihrem Unmut Luft machen: Darüber, dass ihnen von einem Tag auf den nächsten das Clubhaus als angestammte Party-Location aus Brandschutzgründen genommen wurde. Und darüber, dass die Universität in den letzten sechs Jahren nichts gegen die Brandschutzprobleme getan hatte, und somit also die Sperrung aus Brandschutzgründen selbst zu verantworten hatte.
Am Donnerstag, dem 15. Dezember hat es nun zum ersten Mal ein Kupferbaufest gegeben. Warum die Clubhausfeste für den Rest dieses Wintersemesters immer im Kupferbau stattfinden werden und wie es dazu kam, das hab ich mir von Timo von der Fachschaften-Vollversammlung erklären lassen. Am letzten Samstag hab ich ihn beim Clubhaus getroffen und unser Gespräch für diese Sendung aufgenommen.
Timo von den Räten über das erste Kupferbaufest by bildungsmagazin

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich mit Vertretern von Bildungseinrichtungen getroffen
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich am ersten Dezember mit Vertretern von verschiedenen Bildungseinrichtungen getroffen. Mit dabei war unter anderem Laura Maylein, die als Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz die Interessen der Studierenden in Baden-Württemberg vertreten sollte. Unser Kollege Fabian von Radio Dreyeckland aus Freiburg hat Laura Maylein zu sich ins Studio eingeladen und mit ihr über das Treffen mit dem grünen Ministerpräsidenten gesprochen. Zu Beginn wollte er von Ihr wissen: Was war überhaupt die Idee hinter diesem Zusammentreffen?
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich mit Vertretern von Bildungseinrichtungen getroffen by bildungsmagazin

Was macht die Aufklärung im Heidelberger Skandal um den Polizeispitzel Simon Bromma?
Auf einer Podiumsdiskussion in Heidelberg diskutierten Ulrich Sckerl (Innenpolitischer Sprecher der Grünen Baden-Württemberg), Michael Csaszkóczy (Antifaschistische Initiative Heidelberg) und Thimo Heckel (Arbeitskreis Spitzelklage). Anschließend sprachen unsere Kollegen von Radio Dreyeckland aus Freiburg mit Ulrich Sckerl und Martin Heiming, dem Anwalt der Spitzelklage.
 

Sendung vom 05.12.2011

12. Dezember 2011

live: 05.12.2011
Wdh.: 12.12.2011

Interview mit Torsten Bultmann zur unternehmerischen Hochschule
“Das Matthäus-Prinzip oder wie unternehmerischer Wettbewerb und Exzellenz Ungleichheiten vertiefen”, unter diesem Titel hielt Torsten Bultmann vom Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 23. November 2011 einen Vortrag an der Uni Tübingen. Der Kritiker der sogenannten “Exzellenzinitiative” war auf Einladung des Hochschulinformationsbüros (HIB) des DGB und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nach Tübingen gekommen. Nach dem Vortrag hatten wir noch die Möglichkeit ein kurzes Interview mit Torsten Bultmann zu führen. Darin erklärt er was “Elite-Uni” überhaupt heißt und wie das Ringen um den Titel der “Elite-Universität” dazu führen kann, dass am Ende nur die bereits sehr erfolgreichen Universitäten weitere Förderungen erhalten, während die weniger prestigeträchtigen Bildungseinrichtungen “abgehängt” werden.
Interview mit Torsten Bultmann zur unternehmerischen Hochschule by bildungsmagazin

Nichts neues vom “Clubhausfest”
Spontan-Interviews vor dem kurzfristig “besetzten” Kupferbau am 1. Dezember mit Herrn Kaltenmark vom Tübinger Ordnungsamt und Herrn Rothfuß, dem Kanzler der Universtität
Rainer Kaltenmark vor dem Kupferbau by bildungsmagazin

Andreas Rothfuß und Christin Gumbinger vor dem Kupferbau by bildungsmagazin

Eine Woche zuvor: Palmer beschimpft die demonstrierenden Studierenden bei einer “Kein Clubhausfest”-Demo nachts in der Altstadt

Planungen zur verfassten Studierendenschaft in BaWü
Nach 33 Jahren ohne verfasste Studierendenschaft soll jetzt unter der grün-roten Landesregierung endlich wieder ein allgemeiner Studierendenausschuß eingeführt werden, der diese Bezeichnung auch verdient hat. Sollte das gelingen, dann wird es in naher Zukunft auch in Baden-Württemberg wieder eine schlagkräftige Interessensvertretung der Studierenden geben, die selbstverantwortlich über ihr Geld entscheiden und damit beispielsweise Kampagnen wie den Bildungsstreik oder das Festival contre le racisme finanzieren kann. Doch noch herrscht Unklarheit über das genaue Konzept und wann die ersten ASten nach dem neuen Modell gewählt werden können ist auch noch völlig uklar. Studierende aus verschiedenen Hochschulen in Baden-Württemberg verhandeln derzeit mit Vertretern der neuen Landesregierung über die genauen Konditionen. Eine von ihnen ist Laura Maylein. Sie ist zugleich Sprecherin der Landesstudierendenvertretung und hat am 22. November an einer Besprechung mit der grünen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer teilgenommen. Im Interview mit unseren Kollegen von Radio Dreyeckland aus Freiburg berichtet sie vom aktuellen Stand der Verhandlungen und erzählt uns worüber es noch Streit gibt zwischen Studierenden und dem baden-württembergischen Bildungsministerium.
 

Sendung vom 21.11.2011

22. November 2011

live: 21.11.2011
Wdh.: 28.11.2011

Vertuschen, mauern, Sperrvermerk: Keine Aufklärung zur Spitzelaffäre in Heidelberg
Ende 2011 wurde in Heidelberg der verdeckte Ermittler “Simon Brenner” enttarnt. Er hatte sich in linke Kreise eingeschlichen und sollte Studierende und Antifaschisten aushorchen und überwachen. Dabei beteiligte er sich auch an der Planung von Aktionen wie etwa der Südblockade des Castor-Transports im pfälzischen Berg, bei denen er dann auch selbst mit dabei war. Doch Simon Brenner flog auf und ist seitdem verschwunden. In Heidelberg verlangen die Betroffenen der Überwachung nun Aufklärung und Konsequenzen aus der Spitzelaffäre. Doch die beteiligten Behörden mauern wo sie nur können. Mittlerweile haben einige Betroffene der Überwachung Klage eingereicht. Der “Arbeitskreis Spitzelklage” unterstützt und begleitet diese Klage. Unsere Kollegin Heike Demmel vom freien Radio Z aus Nürnberg sprach mit Thimo und Dandl vom Arbeitskreis Spitzelklage über ihre Forderungen und die neuesten Entwicklungen.
 

Lernen Lernen auf Chongqing Art
Ein 30-minütiges Feature der Reihe “China? Hingehört!” von Radio Dreyeckland und dem informationszentrum 3. Welt.

Kann man in China das Lernen lernen?
Oder ist die chinesische Bildung jene Art Bildung, die wir vermeiden sollen? Utopie oder Anti-Utopie?
 

Veranstaltungshinweis:
Am Donnerstag, dem 24. November könnt Ihr im Kupferbau eine Dokumentation über die Zeltstadt im Stuttgarter Schloßpark sehen. Um das Bauprojekt Stuttgart 21 aufzuhalten, kampieren dort schon seit September 2010 die sogenannten Parkschützer. Wenn Menschen so lange auf engem Raum zusammenwohnen, dann ist das Zusammenleben das dabei entsteht nicht nur für Soziologen und Kulturwissenschaftler interessant. Auch der Filmemacher Felix Schwarz hat sich für die Menschen im Schloßpark interessiert und eine Dokumentation über sie gedreht. Den Film „Unser Park“, der dabei entstanden ist, kann man jetzt am Donnerstag im Hörsaal 24 im Tübinger Kupferbau sehen. Im Anschluß an den Film, der nur 45 Minuten dauert, kann man Fragen an den Regisseur Felix Schwarz stellen und mit ihm diskutieren, denn er wird auch im Hörsaal 24 sein.

„Unser Park“ wird am Donnerstag, dem 24. November um 19 Uhr im Hörsaal 24 im Tübinger Kupferbau gezeigt. Veranstalter ist die ['sol]id.SDS Hochschulgruppe.

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Sendung vom 07.11.2011

8. November 2011

live: 07.11.2011
Wdh.: 14.11.2011

Interview mit Jürgen Altmann von der TU Dortmund
Ein kurzes Gespräch über Forschung fürs Militär an der Uni und den Umgang mit der Zivilklausel.
Kann man als Wissenschaftler verhindern, dass die eigenen Forschungsergebnisse fürs Militär verwendet werden?
 

Musik:

Sendung vom 10.10.2011

10. Oktober 2011

live: 10.10.2011
Wdh.: 17.10.2011

Bundeswehr an Schulen
Nicht nur in Baden-Württemberg ist es zur Normalität geworden, dass Jugendoffiziere der Bundeswehr an Schulen eingeladen werden um so gezielt um Nachwuchs für die Truppe zu werben.

Jugendoffiziere der Bundeswehr vertreten natürlich eine andere Position zum Thema Friedenspolitik als beispielsweise liberale Politikwissenschaftler oder gar eine Friedensinitiative. Wenn also schon Vertreter der Bundeswehr gewissermaßen als Gast-Lehrer an Schulen den Unterricht mitgestalten dürfen, dann würde man erwarten, dass die Schulen als Kontrast-Programm auch noch andere Gruppen dort zu Wort kommen lassen. Doch das passiert höchstens in Einzelfällen auf die private Initiative einzelner Lehrer hin.

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Bundeswehr oft an den Schulen zu Gast um ihre Sicht auf Krieg und Frieden zu bewerben. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt hat sich jetzt deswegen mit einer kleinen Anfrage an die schwarz-rote Landesregierung dort gewandt. Unsere Kollegin vom freien Radio Corax aus Halle hat mit Dr. Claudia Dahlbert telephoniert und sie gefragt: Was wollten Sie mit Ihrer kleinen Anfrage herausfinden?
Interview mit Claudia Dahlbert zur Bundeswehr an Schulen by bildungsmagazin

Alternativer Dies im Clubhaus
Wenn Ihr unsere Live-Sendung am 10. Oktober hört, dann ist heute offiziell der erste Tag des Wintersemesters. Auch wenn die meisten geisteswissenschaflichen Studiengänge erst in einer Woche, so ab dem 17. Oktober richtig losgehen, gibt es doch ein regelmäßiges Event, das schon in der ersten offiziellen Uni-Woche stattfindet. Es ist der Alternative Dies, kurz: AlDi, immer am ersten Donnerstag des Wintersemesters im Clubhaus. Dort können sich die verschiedenen Gruppen an der Uni den neuen Erstsemestern vorstellen um neue Aktive zu gewinnen.
Ich war heute morgen im Clubhaus und hab mich dort mit Timo von der Fachschaften-Vollversammlung unterhalten. Timo hat sich dieses Jahr ein bißchen um die Organisation des AlDi gekümmert und konnte mir sagen, was uns am kommenden Donnerstag erwartet, also am 13. Oktober.
Seit Sonntag hängt übrigens vorne am Clubhaus ein großes Transparent um nochmal Werbung für den Alternativen Dies zu machen.
Interview mit Timo von den Räten zum Alternativen Dies by bildungsmagazin

Methodos – Selbstbestimmt zum Abitur
Methodos ist eine Gruppe die sich aus Schülerinnen und Schülern zusammensetzt, die sich selbstständig auf die externe Abiturprüfung in Baden-Württemberg vorbereiten. Ein wirklich spannendes Interview, das die zukünftigen Abiturienten und -innen im Spannungsgfeld zwischen der Privatisierung von Bildung im Dienste der Elitenförderung zeigt und dem Anspruch, sich auch außerhalb der engen Schranken des staatlichen Systems bilden zu dürfen. Carla, Florian und Theresia waren für das Methodos-Projekt zu Gast bei miro im Morgenradio von Radio Dreyeckland, wo FDP-liberales Neusprech auf progressive Skepsis trifft.
 

Gleiche Rechte für alle: Auch Jugendliche mit Behinderung sollen eine Ausbildung machen können
Eine Ausbildung sollen alle machen können, auch Jugendliche mit einer Behinderung. Das fordern Schweizer Behindertenorganisationen mit ihrer Petition „Berufsbildung für alle“.
Die Behindertenorganisationen kritisieren darin die Sparübungen des Bundesrates. Denn seit einem Jahr wird die Berufsbildung für Jugendliche mit Behinderung Schritt für Schritt weiter eingeschränkt. Wilma Rall vom schweizer Freien Radio RaBe aus Bern berichtet.
 

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Diskussion zu “imagin’ audimax”

5. September 2011

Im Rahmen des Sommmerateliers der plattform “no budget” wurde am 2. September “imagin’ audimax” in der Tübinger Shedhalle gezeigt. Der Dokumentarfilm läßt die Aktiven der Wiener Audimax-Besetzung vom Wintersemester 2009 zu Wort kommen und gibt einen Einblick in ihre Motivation wochenlang den Hörsaal zu besetzen.

Im Anschluß an den Film konnten die Besucher der Shedhalle, unter ihnen viele Aktive der damaligen Tübinger Kupferbau-Besetzung, mit den Filmemachern diskutieren. Dabei ging es nicht nur um die Unterschiede zwischen dem Creative Commons Film “magin’ audimax” und der kommerziellen “#unibrennt – Bildungsprotest 2.0″ Dokumentation. Die Diskussion war auch ein Erfahrungsaustausch zwischen den ehemaligen Hörsaal-Besetzern aus Tübinger und Wien, bei der über Sinn und Erfolg der damaligen Besetzungs-Welle gesprochen werden konnte.

Auf unserem Sendeplatz am 12. September sowie in der Wiederholung am 19. September haben wir anstelle einer regulären Sendung den Mitschnitt der Diskussion gespielt.

Dazu gab es diese Anmoderation:
 

Diskussion:
Publikumsdiskussion über “imagin’ audimax” am 2. September in der Shedhalle by bildungsmagazin

Sendung vom 29.08.

29. August 2011

Live: 29.08.2011
Wdh.: 05.09.2011

Interview mit Iga Mazak von der AG “Doku” der Wiener Audimax BesetzerInnen
Vor fast genau zwei Jahren, im Oktober 2009, besetzten Studierende das Audimax der Uni Wien um damit gegen die von ihnen kritisierten Studienbedingungen, sowie für eine freie Bildung zu protestieren. Diese erste Besetzung war sowas wie der Startschuss zur sogenannten “uni brennt”-Bewegung, denn kurz darauf besetzten Studierende in ganz Österreich ihre Hörsäle. Als dann auch in Deutschland die ersten Hörsäle besetzt wurden, wollten die Tübinger Aktiven von der Fachschaften-Vollversammlung nicht länger warten und riefen die Studierenden am 5.November 2009 zu einer Vollversammlung in den Kupferbau. Daraus wurde eine Besetzung, die zumindest bis Weihnachten anhalten sollte. Aus Solidarität mit Wien und aus Protest gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen in Baden-Württemberg.

Wie in Tübingen, so gab es auch bei der Wiener Besetzung verschiedene Arbeitskreise. Ein solcher Arbeitskreis hat sich in Wien um die Dokumentation des Protests gekümmert und heraus gekommen ist ein Film, den man am Freitag diese Woche (2. September 2011 um 20:30 Uhr) in Tübingen in der Shedhalle sehen kann. “imagin’ audimax” heißt die Dokumentation in der die Aktiven der Besetzung zu Wort kommen.

Am Telephon habe ich mit Iga Mazak gesprochen, die den Film zusammen mit weiteren Aktiven produziert hat.
Interview mit Iga Mazak von der AG “Doku” der Wiener Audimax BesetzerInnen by bildungsmagazin

Freitag, 2. September 20:30 Uhr: Filmvorführung “imagin’ audimax” bei der Sommerakademie der plattform “no budget” in der Shedhalle. Im Anschluß an den Film diskutieren die Filmemacher mit Aktiven des Tübinger Bildungsstreiks und dem Publikum.

Der Schulweg als Lernfeld: Kinder sollen zu Fuß zur Schule gehen
“Kinder geht zu Fuß zur Schule!” Das ist der Appell der Schweizer Aktionswoche „Walk to School“.
Immer mehr Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule – Tendenz steigend. Rund 10 Prozent aller Schulwege werden mit dem Auto zurückgelegt, in einkommensstarken Gemeinden sollen es sogar doppelt soviel sein. Grund genug für den Verkehrsclub der Schweiz um zusammen mit Kantonen und Gemeinden die Eltern zum Umdenken zu motivieren. Sie sollen ihre Kinder nicht mehr mit dem Auto zur Schule fahren. Mehr dazu weiß Cheyenne Mackay vom freien Radio RaBe aus Bern:
 

Musik: (weiter…)

Sendung vom 15.08.

16. August 2011

live: 15.08.2011
Wdh.: 22.08.2011

Interview zu Stipendienspenden.de mit Jakob Rosenow
Bereits letztes Jahr wollte die schwarz-gelbe Bundesregierung das sogenannte “nationale Stipendienprogramm” einführen. Unabhängig von ihrer finanziellen Situation sollen damit Studierende mit monatlich 300 Euro gefördert werden, die besonders gute Leistungen erbringen. Um die Stipendiaten der bestehenden Stiftungen nicht zu diskriminieren, sollte zeitgleich deren bedürfnisunabhängige Förderung in Form des sogenannten “Büchergelds” von damals monatlich 80 Euro auf ebenfalls 300 Euro erhöht werden.
Das pikante dabei: Weniger als zehn Prozent der Stipendiaten haben eine “niedrige” soziale Herkunft. Und 72 Prozent der Geförderten stammen sogar aus einem Elternhaus von “hoher” oder “gehobener” sozialer Herkunft. (siehe auch: Die Zeit: Aufstand der Stipendiaten)

Was schwarz-gelb hier im Namen der “Investition in mehr Bildung” einführen wollte, ist also in vielen Fällen eine unnötige und zusätzliche Förderung derjenigen Studierenden, die finanziell ohnehin schon bessergestellt sind und dieser Hilfe gar nicht bedürfen. Wir hatten darüber bereits im Mai berichtet und dazu einen Vertreter der Initiative Stipendienkritik.de interviewt. (siehe auch: Interview mit Anselm Oelze vom 10.05.2011) Die sind allerdings nicht die einzigen geblieben, die sich kritisch zur bedürfnisunabhängigen Förderung äußern: Die Initiative Stipendienspenden.de verfolgt einen ziemlich pragmatischen Ansatz über den wir mit Jakob Rosenow gesprochen haben. Er studiert Islamwissenschaften an der FU Berlin und ist einer der Organisatoren von Stipendienspenden.de.

Interview zu Stipendienspenden.de mit Jakob Rosenow by bildungsmagazin

Leipziger Studierende verkaufen ein Gebäude ihrer Uni
Wie in vielen anderen Städten ist auch an der Uni in Leipzig das Geld für Studium und Lehre nur knapp bemessen. Es fehlt das Geld um Stellen neu zu besetzen und das Insititut für Politikwissenschaft steht sogar kurz vor der Pleite. Gleichzeitig wird seit Jahren an einem neuen Prachtgebäude gebaut: Das sogenannte “Paulinum” sieht nicht nur aus wie eine hypermoderne Kirche, wenn es fertig ist soll es auch zugleich als Universitätskirche und große Aula genutzt werden. Im folgenden Beitrag von Radio Corax aus Halle geht es nicht um die Frage, wie gut sich Kirche und Universität in einem gemeinsamen Gebäude unterbringen lassen und ob man das überhaupt möchte. Vielmehr steht das Paulinum zur Zeit im Zentrum einer Kampagne des Studentenrats der Uni Leipzig. Der hat die Geldnot der Uni erkannt und das umstrittene Gebäude schon vor Fertigstellung zum Verkauf ausgeschrieben.

Unsere Kollegen von Radio Corax haben sich mit Magdalena Protte über die Aktion unterhalten. Sie ist Sprecherin des Studentenrats und sollte erklären: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen das Paulinum zu verkaufen?
 

Interview zur Bezahlung von DozentInnen an der FU Berlin
Unbezahlte Lehraufträge – nicht total selten. An der FU Berlin sind sie sogar gang und gäbe. Da hat man ‘nen Abschluss und bereitet sich wochenlang auf Lehre vor, soll Studis unterrichten – und das Ganze für umme. Immerhin: macht sich voll gut im Lebenslauf, weil: Lehrerfahrung. Für die Suche nach dem nächsten unbezahlten Lehrauftrag. Oder Praktikum.

Naja. Die gute Nachricht zuerst: Lehraufträge sollen jetzt bezahlt werden. Nun aber die schlechte: Irgendwie läuft das mit der Verteilung der Gelder schief – das heißt: statt bezahlter Lehraufträge gibt es jetzt vielleicht einfach wesentlich weniger Seminare. Das hört sich alles ziemlich krude an, deswegen haben unsere Kollegen von Radio Corax aus Halle eine Person ans Telefon geholt, die sich damit auskennt. Die Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der FU Berlin, Katharina Lenner.
 

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Sendung vom 18.07.

19. Juli 2011

Live: 18. Juli aus technischen Gründen leider ausgefallen!
Wdh.: 25. Juli

Interview mit Robert Andreasch zu Schnittstellen zwischen der bürgerlichen und der extremen Rechten
Dass es rechts von ihnen nur noch die Wand geben darf, das ist das offizielle Programm von von CDU und CSU. Doch wie geht dieser Anspruch der Christdemokraten mit ihrer formalen Abgrenzung von Neonazis zusammen und wie werden extrem rechte Postionen ins konservative Milieu integriert? Die extreme Rechte kommt an verschiedenen Stellen mit der bürgerlichen Rechten zusammen, beispielsweise wenn es darum geht “rechte Aussagen” in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu machen. Gemeinsam versuchen sie den gesellschaftlichen Diskurs zu Gunsten rechter Einstellungen zu verschieben. Das versucht zum Beispiel die rechte Wochenzeitung “Junge Freiheit” oder auch der rechte Thinktank “Studienzentrum Weikersheim”.
Die extreme Rechte und die bürgerliche Rechte treffen an verschiedenen Punkten zusammen um gemeinsam Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Sie setzen politische Themen auf die Agenda, wie zum Beispiel die sozialwissenschaftlich unhaltbare, aber dennoch diskutierte sogennante Deutschenfeindlichkeit. Ein extrem rechtes Ideologiefragment, das im Familienministerium des Bundes, unter der Leitung von Kristina Schröder, zum politischen Mainstream zu werden droht.
Das sind aber keinesfalls die einzigen Schnittstellen zwischen Konservativen und der extremen Rechten: Da gibt es Burschenschaften, die von ihren Mitgliedern “Ariernachweise” einfordern wollen, oder sogenannte “Lebensschützer”, die Frauen vor Abtreibungskliniken belästigen. Und es gibt eine Familien- und Bevölkerungspolitik, die nach der Aufrechterhaltung einer sogenannten “blutsdeutschen” Bevölkerungsmasse verlangt, die Homosexuelle verteufelt und benachteiligt und neben der konservativen Kleinfamilie nichts gelten lassen will…
Damit sollen nur einige der vielen Punkte genannte werden, die Nazis und rechte Bürger verbinden.

Der Soziologe und Journalist Robert Andreasch beschäftigt sich mit diesen Schnittstellen zwischen rechts und konservativ und hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, in welchen Themen- und Politikfeldern die extreme Rechte Anknüpfungspunkte an die konservative Rechte findet. Dabei kann auch die Frage gestellt werden, inwieweit man überhaupt von einer Mitte der Gesellschaft sprechen kann, die sich von den Nazis einfach abgrenzen lässt.
Robert Andreasch hat vor kurzem an der Uni-Tübingen einen Vortrag über seine Arbeit gehalten. Mein Kollege Florian Wolff war dabei und hat sich einen Tag nach dem Vortrag nochmal für ein Interview mit Robert Andreasch getroffen. Am Anfang des Gesprächs stand zunächst die Frage: “Wo sind denn die Schnittstellen zwischen bürgerlichen und extremen Rechten?”
 

Neuer Bundeswehrskandal: Kinder Lernen Kämpfen – In Mini-Mitrovica
Die Bundeswehr, und zwar ihre Gebirgsjägerabteilung, hatte in Bad Reichenhall eine Idee in Sachen militärischer Früherziehung, die alles in den Schatten stellt, was wir bisher über die Bundeswehr an Schulen oder auch an der Universität berichtet haben.
Wir hören dazu ein Interview unserer Kollegen vom freien Radio LoRa aus München mit Peter Meier, vom sogenannten “Rabatzbündnis”. Das Rabatzbündnis hat es sich zur Aufgabe gemacht, alljährlich vor der Bad Reichenhaller General-Konrad-Kaserne das fröhliche Erinnern der bayerischen Gebirgsjäger an deren gar nicht so ruhmreiche Vergangenheit mit öffentlichen Protest zu begleiten.
Dieses Jahr konnte das Rabatsbündnis in Bad Reichenhall gemeinsam mit ca. 7500 weiteren Besuchern den Tag der Offenen Tür in der Gebirgsjägerkaserne besuchen. Und dort ein ganz “besonderes” Angebot für die Kleinen und die ganze Familie mit anschauen.
Was sich die Bundeswehr da in Sachen “Spielpädagogik” ausgedacht hat ist eigentlich unglaublich. Doch Peter Meier vom “Rabatzbündnis” war bei den Gebirgsjägern und hats erlebt!
 

Veranstaltungshinweise: (weiter…)

Sendung vom 20. Juni

20. Juni 2011

Live: 20. Juni
Wdh.: 27. Juni

Beiträge:
BaWüs-Lehramtstudis entäuscht von Grün/Rot
Als eine ihrer ersten Amtshandlungen beschlossen die neue grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und die neue SPD Kultusministerin Warminski-Leitheußer eine Reform, die nicht bei allen Betroffenen auf Gegenliebe stößt. Das Lehramtsstudium an den Pädagogischen Hochschulen soll sich ab dem kommenden Wintersemester ändern. Unsere Kollegen von Radio Dreyeckland aus Freiburg haben mit Judith von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe über ihre Kritik an der Reform gesprochen. Zu Anfang stand die Frage, welche Änderungen die beschlossene Reform beinhaltet.

 

Sozialpolitik als Gesellschaftspolitik
Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat sind heute Begriffe geworden, die als negativ konnotiert in politischen Auseinandersetzungen verwendet werden. In der alten Bundesrepublik galt der Sozialstaat noch als eine Errungenschaft. Heute definieren Sozialwissenschaftler den sogenannten “investiven Sozialastaat”. Was dahinter steckt, das wollten unsere Kollegen von Radio Corax aus Halle von Prof. Dr. Thomas Olk wissen. Er lehrt Pädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle.

Zu Anfang des Gesprächs stand die Frage: Was ist überhaupt Sozialpolitik?

 

Uni-Wahlen in Tübingen
Gewählt werden können die vier Studentischen Vertreter im Hochschulsenat, dem höchsten Demokratischen Entscheidungsgremium der Uni, sowie die Mitglieder des AStA. Dabei gilt die Besonderheit – und das macht diese Wahlen noch wichtiger als andere Hochschulwahlen – dass die Grünrote Landesregierung wieder eine richtige Verfasste Studierendenschaft Einführen wird. Zur Wahl für Senat und AstA stehen folgende Gruppen und Positionen:

  • Die Juso-Hochschulgruppe will einen Mensa-Neubau, um den Studierenden-Ansturm des nächsten Jahres zu bewältigen. Dass die neue Mensa kleiner als die alte sein wird und bis dahin gar nicht fertig sein kann, stört sie nicht weiter. Ansonsten fordern sie mehr Selbstbestimmung, mehr Geschlechtergerechtigkeit und mehr Kopierer an der Uni.
  • RCDS steht für Ring Christlich-Demokratischer Studenten. Sie bezeichnen sich als wertgebunden, sachlich und konstruktiv, präsentieren sich dann aber als typische „Dagegen-Partei“: Gegen Grün-Rot, gegen die Einführung einer verfassten Studierendenschaft und gegen die Abschaffung der Studiengebühren. Dafür fordern sie längere Öffnungszeiten in den Fachbibliotheken und mehr Übungsräume.
  • Aus­drück­lich als un­po­li­tisch versteht sich die Liste für Information und Organisation, kurz: I&O. Ihr Ziel ist die Ver­bes­se­rung des Ser­vices an den Stu­die­ren­den und der Infrastruktur, so dass die Studierenden sich mehr auf das angeblich Wesentliche konzentrieren können: Lernen.
  • Außerdem tritt an: Die Liste UTE, das steht für Unabhängigkeit, Transparenz und Exzellenz und scheint eine eher konservativ bis neoliberal ausgerichtete Gruppierung zu sein. UTE tritt zum ersten Mal an und stellt keine Kandidaten für den Senat.
  • Dann gibt es noch die Grüne Hochschulgruppe, die sich, wie sie sagen, für eine im umfassenden Sinn nachhaltige Hochschule einsetzt: Ökologisch, sozial gerecht und demokratisch organisiert.
  • Nicht antreten wird die ['solid].SDS Hochschulgruppe, die wie jedes Jahr zur Wahl der Fachschaften-Vollversammlung aufruft. Und die Fachschaften-VV scheut sich wie jedes Jahr vor Wahlversprechen. Ihre Plakate zeigen die Themen, mit denen man sich beschäftigt und keine Positionen: „Gib uns deine Stimme, um sie zu behalten“ ist das Konzept, denn bei der FSVV kann jeder und jede mitreden und mitentscheiden – er oder sie muss nur in die Sitzungen kommen. Entsprechend verteilt man als Wahlflyer auch das sogenannte „Dschungelbuch der Hochschulpolitik“, das über die verschiedenen Gremien und die politische Struktur der Uni aufklärt.

Am wichtigsten ist aber – und da sind sich alle Gruppen einig –, dass möglichst viele überhaupt wählen gehen. Und das wiederholen wir hier auch gern: Geht wählen. Am Dienstag oder Mittwoch in Eurem Wahlraum. Wo der ist, das findet Ihr hier bei der Uni heraus: Hochschulwahlen 2011

Noch unentschlossen? Schau in die Übersicht der Hochschulpolitischen Gruppen in Tübingen.

 

Musik: (weiter…)

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