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Sendung vom 09. und 16.04.2012

9. April 2012

Guten Tag, Publikum.
Leider habe ich den Sendetermin am 09.04.2012 vergessen, so dass statt unserer Sendung eine Ska-Musiksendung lief. Falls jemand sich auf eine neue Bildungsmagazin-Sendung gefreut hatte, tut mir das Leid und ich verspreche, dass das nicht wieder vorkommen wird. Zu unserem Wiederholungstermin läuft aber die Sendung wie geplant. Es handelt sich um die Sendung zum Thema Inklusion vom Oktober 2010 in einem neuen musikalischen Gewand (siehe das Ende des Eintrags).
 
Download hier.

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Sendung vom 30.01.2012

2. März 2012

1.) Input. Gesellschaftskritische Einführungsveranstaltungen in Tübingen. Interview mit Basti, einem der Veranstalter.

Input Tübingen Logo

http://input.blogsport.de/

Sich mit gesellschaftskritischen Theorien ohne Vorwissen auseinandersetzen zu können, wo ist das möglich? Das beantwortet die Gruppe Input aus Tübingen seit ca. 3 Jahren praktisch mit ihren monatlichen Veranstaltungen.

 

Jeden zweiten Donnerstag im Monat gibt es im hiesigen Epplehaus entweder Vorträge, Workshops oder gelegentlich auch mal eine Exkursion oder einen Stadtrundgang zu gesellschaftskritischen Themen. Zum Beispiel: Die Kritische Theorie, Rassismus, Sozialchauvinismus, Antisemitismus, Stalinismus, Faschismustheorien und vieles mehr waren schon Thema.
In dieser Sendung ist einer der Organisatoren – Basti – im Studio zu Gast und gibt ein Interview über das Konzept von Input; über die Strategien, die ermöglichen sollen, dass Alle sich auch trauen etwas zu sagen und die Frage, wie das bisher geklappt hat und in Zukunft weitergeht.

 

2.) Fall Bromma: Durch Einsatz sollte es der Polizei möglich werden “gegen sich bildende terroristische Vereinigung rechtzeitig einzuschreiten”.

Simon Bromma aka Simon Brenner (Spitzel)

Polizeispitzel Simon Brenner aka Simon Bromma. Quelle: http://linksunten.indymedia.org/de/node/30691

Im zweiten Teil der Sendung geht es erneut um die Nachforschungen in Sachen Spitzeleinsatz Simon Bromma/Brenner.

 

Der Polizist hatte sich, neben vermutlich mindestens zwei weiteren, nicht aufgeflogenen Spitzeln, unter Angabe eines falschen Namens und mit Lügen über seine Vergangenheit, in die linke Studiszene Heidelbergs eingeschlichen und war kurz vor Jahresende 2010 durch großen Zufall enttarnt und zur Rede gestellt worden. Nachdem sich die Grün-Rote Opposition vor ihrer Machtübernahme dafür eingesetzt hatte, die Hintergründe und das Ausmaß der Spitzeleinsätze offenzulegen, hat sie nun, nach ihrem Machtantritt, offenbar kein so unverbrüchliches Interesse mehr daran. Schlimmer: Sie unterstützt sogar die Polizei bei ihrem Geheimhaltungsvorhaben. Kürzlich unterzeichnete der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall einen Sperrvermerk für den Fall, was bedeutet, dass die Daten der Heidelberger Polizei nicht mehr an das Verwaltungsgericht übergeben werden dürfen, vor dem die mutmaßlich Geschädigten momentan eine Aufklärung darüber, warum und wie weit sie bespitzelt worden sind, zu erlangen. Das bedeutet, dass die Akten und Informationen zu den Hintergründen durch die Hände von Jusitz und Exekutivgewalt, ohne Aussicht auf  Aufklärung in absehbarer Zeit, verschwinden. Wir dokumentierten einen Beitrag von Radio Dreyeckland aus Freiburg. (weiter…)

Sendung vom 19.12.2011

19. Dezember 2011

live: 19.12.2011
Wdh.: 26.12.2011

Timo zum ersten Kupferbaufest am 15.12.2011
Seit das Wintersemester begonnen hat gab es – mit einer Ausnahme – jeden Donnerstag abend an einem anderen Ort in Tübingen eine kleine “Open Air” Party. Mehr oder weniger “spontan” waren jedesmal Studierende mit einer Musik-Anlage, Glühwein und Bier an verschiedenen Orten im Umfeld der Universität aufgetaucht. Mal waren sie hinter dem Hegelbau und öfter auch hinter der neuen Aula oder auf dem Parkplatz des Rektorats.
Mit den ungenehmigten Festen wollten die Studierenden ihrem Unmut Luft machen: Darüber, dass ihnen von einem Tag auf den nächsten das Clubhaus als angestammte Party-Location aus Brandschutzgründen genommen wurde. Und darüber, dass die Universität in den letzten sechs Jahren nichts gegen die Brandschutzprobleme getan hatte, und somit also die Sperrung aus Brandschutzgründen selbst zu verantworten hatte.
Am Donnerstag, dem 15. Dezember hat es nun zum ersten Mal ein Kupferbaufest gegeben. Warum die Clubhausfeste für den Rest dieses Wintersemesters immer im Kupferbau stattfinden werden und wie es dazu kam, das hab ich mir von Timo von der Fachschaften-Vollversammlung erklären lassen. Am letzten Samstag hab ich ihn beim Clubhaus getroffen und unser Gespräch für diese Sendung aufgenommen.
 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich mit Vertretern von Bildungseinrichtungen getroffen
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich am ersten Dezember mit Vertretern von verschiedenen Bildungseinrichtungen getroffen. Mit dabei war unter anderem Laura Maylein, die als Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz die Interessen der Studierenden in Baden-Württemberg vertreten sollte. Unser Kollege Fabian von Radio Dreyeckland aus Freiburg hat Laura Maylein zu sich ins Studio eingeladen und mit ihr über das Treffen mit dem grünen Ministerpräsidenten gesprochen. Zu Beginn wollte er von Ihr wissen: Was war überhaupt die Idee hinter diesem Zusammentreffen?
 

Was macht die Aufklärung im Heidelberger Skandal um den Polizeispitzel Simon Bromma?
Auf einer Podiumsdiskussion in Heidelberg diskutierten Ulrich Sckerl (Innenpolitischer Sprecher der Grünen Baden-Württemberg), Michael Csaszkóczy (Antifaschistische Initiative Heidelberg) und Thimo Heckel (Arbeitskreis Spitzelklage). Anschließend sprachen unsere Kollegen von Radio Dreyeckland aus Freiburg mit Ulrich Sckerl und Martin Heiming, dem Anwalt der Spitzelklage.
 

Sendung vom 10.10.2011

10. Oktober 2011

live: 10.10.2011
Wdh.: 17.10.2011

Bundeswehr an Schulen
Nicht nur in Baden-Württemberg ist es zur Normalität geworden, dass Jugendoffiziere der Bundeswehr an Schulen eingeladen werden um so gezielt um Nachwuchs für die Truppe zu werben.

Jugendoffiziere der Bundeswehr vertreten natürlich eine andere Position zum Thema Friedenspolitik als beispielsweise liberale Politikwissenschaftler oder gar eine Friedensinitiative. Wenn also schon Vertreter der Bundeswehr gewissermaßen als Gast-Lehrer an Schulen den Unterricht mitgestalten dürfen, dann würde man erwarten, dass die Schulen als Kontrast-Programm auch noch andere Gruppen dort zu Wort kommen lassen. Doch das passiert höchstens in Einzelfällen auf die private Initiative einzelner Lehrer hin.

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Bundeswehr oft an den Schulen zu Gast um ihre Sicht auf Krieg und Frieden zu bewerben. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt hat sich jetzt deswegen mit einer kleinen Anfrage an die schwarz-rote Landesregierung dort gewandt. Unsere Kollegin vom freien Radio Corax aus Halle hat mit Dr. Claudia Dahlbert telephoniert und sie gefragt: Was wollten Sie mit Ihrer kleinen Anfrage herausfinden?
 

Alternativer Dies im Clubhaus
Wenn Ihr unsere Live-Sendung am 10. Oktober hört, dann ist heute offiziell der erste Tag des Wintersemesters. Auch wenn die meisten geisteswissenschaflichen Studiengänge erst in einer Woche, so ab dem 17. Oktober richtig losgehen, gibt es doch ein regelmäßiges Event, das schon in der ersten offiziellen Uni-Woche stattfindet. Es ist der Alternative Dies, kurz: AlDi, immer am ersten Donnerstag des Wintersemesters im Clubhaus. Dort können sich die verschiedenen Gruppen an der Uni den neuen Erstsemestern vorstellen um neue Aktive zu gewinnen.
Ich war heute morgen im Clubhaus und hab mich dort mit Timo von der Fachschaften-Vollversammlung unterhalten. Timo hat sich dieses Jahr ein bißchen um die Organisation des AlDi gekümmert und konnte mir sagen, was uns am kommenden Donnerstag erwartet, also am 13. Oktober.
Seit Sonntag hängt übrigens vorne am Clubhaus ein großes Transparent um nochmal Werbung für den Alternativen Dies zu machen.
 

Methodos – Selbstbestimmt zum Abitur
Methodos ist eine Gruppe die sich aus Schülerinnen und Schülern zusammensetzt, die sich selbstständig auf die externe Abiturprüfung in Baden-Württemberg vorbereiten. Ein wirklich spannendes Interview, das die zukünftigen Abiturienten und -innen im Spannungsgfeld zwischen der Privatisierung von Bildung im Dienste der Elitenförderung zeigt und dem Anspruch, sich auch außerhalb der engen Schranken des staatlichen Systems bilden zu dürfen. Carla, Florian und Theresia waren für das Methodos-Projekt zu Gast bei miro im Morgenradio von Radio Dreyeckland, wo FDP-liberales Neusprech auf progressive Skepsis trifft.
 

Gleiche Rechte für alle: Auch Jugendliche mit Behinderung sollen eine Ausbildung machen können
Eine Ausbildung sollen alle machen können, auch Jugendliche mit einer Behinderung. Das fordern Schweizer Behindertenorganisationen mit ihrer Petition „Berufsbildung für alle“.
Die Behindertenorganisationen kritisieren darin die Sparübungen des Bundesrates. Denn seit einem Jahr wird die Berufsbildung für Jugendliche mit Behinderung Schritt für Schritt weiter eingeschränkt. Wilma Rall vom schweizer Freien Radio RaBe aus Bern berichtet.
 

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Sendung vom 06.06.

6. Juni 2011

1. Interview zum Treffen der Landesrektorenkonferenz mit den Studierenden
Vor etwas mehr als einem Monat, am 30. April, haben sich die Rektoren der baden-württembergischen Landesrektorenkonferenz mit Vertretern der Studierenden getroffen. Wie schon im letzten Jahr bei einem ähnlichen Treffen wollten sie auch dieses Jahr wieder darüber sprechen, inwieweit Hochschulleitungen und Studierende gemeinsam an einer Verbesserung der Situation an den Universitäten arbeiten können.
Bei der Sitzung im letzten Jahr war noch fast jede Forderung der Studierenden damit abgewiegelt worden, die Forderung sei “in Baden-Württemberg politisch nicht durchsetzbar”. So etwa die Forderung nach einer verfassten Studierendenschaft mit Finanzautonomie, oder auch die Forderung nach einem politischen Mandat der Studierendenvertretung. Oder einfacher ausgedrückt: Dem Recht der Studierendenvertretung sich politisch äußern zu dürfen.
Nach dem für viele überraschenden Wahlerfolg von grün-rot waren solche “Argumente” beim diesjährigen Treffen nicht mehr zu hören. Weshalb es trotzdem noch keinen Grund zum übertriebenen Optimismus gibt, das erfahrt Ihr im Interview mit Kim Dienelt von der Fachschaft Philosophie. Er war zusammen mit Christin Gumbinger als Vertreter der Tübinger Studierenden bei dem Treffen in Stuttgart und hat sich am 2. Juni in der Burse mit Fabian Everding darüber unterhalten.
Von ihm wollten wir wissen, was dieses Treffen mit den Hochschulrektoren den Studierenden gebracht hat und welche Veränderungen am LHG, also dem Landeshochschulgesetz, sich Studierende und Hochschulleitungen wünschen.
Zu Beginn hatten wir aber erstmal eine ganz einfache Frage: Wer ist das überhaupt, diese “Landesrektorenkonferenz”?

Hier eine für die Sendung stark gekürzte Fassung des Gesprächs:
Interview mit Kim Dienelt zum Treffen der Landesrektorenkonferenz mit den Studierenden (stark gekürzt) by bildungsmagazin

Bei Soundcloud findet Ihr das vollständige Interview sowie eine weniger stark gekürzte Fassung (27:14 Minuten).

2. Interview mit Jan vom Bündnis gegen den Eisenacher Burschentag 2011

Farben- und Fackeltragend ziehen alljährlich hunderte ‘volkstumsdeutsche’ Männer am Wochenende nach Pfingsten durch das west-thüringische Eisenach. Dabei handelt es sich um Angehörige der Deutschen Burschenschaft (DB), die mit 10.500 ‘Alten Herren’ und 1.300 ‘Aktiven’ der zweitgrößte Dachverband der Korporierten überhaupt ist.

Gegen die Burschentage 2011 in Eisenach: Demo am 18. Juni

Ihre Vergangenheit ist von Antisemitismus, völkischem Nationalismus und Antifeminismus gekennzeichnet und drückt sich zum Beispiel in dem 1920 verabschiedeten ‘Arierparagraphen’ aus, der besagt, dass die DB-Burschenschaften keine Juden mehr aufnehmen dürfen und der von allen Neumitgliedern verlangt, dass ein Ehrenwort geschworen wird, „frei von jüdischem oder farbigem Bluteinschlag“ zu sein und keine jüdischen oder farbigen Ehepartner zu haben oder künftig zu wählen.

Aber mit den extrem rechten bis rechts-konservativen Vorstellungen ist auch im Nachkriegsdeutschland keineswegs gebrochen: DB-Burschenschaften laden sich regelmäßig Holocautleugner_innen, Geschichtsrevisionist_innen und Abtreibungsgegner_innen auf ihre Häuser ein. Auch heute noch lassen sie weder Frauen in ihre Verbindungen noch von ihnen als Ausländer klassifizierte Männer: Wer ‘deutsch’ ist besagt für DBler allerdings nicht der Pass, sondern die Abstammung – zu ihren ‘Deutschen’ zählen dann aber auch die ‘Angehörigen des großdeutschen Reichs’, also auch Österreicher.
Ihre rechte Ideologie ist keineswegs folgenlos: Neben besagtem Ausschluß herrscht eine autoritäre Struktur innerhalb der Burschenschaften, ein elitärer Führungsanspruch, der die Selbstsicht auf ihre Rolle in der Gesellschaft kennzeichnet, NPD-Abgeordnete aus dem sächsischen Landtag, die aus DB-Burschenschften stammen, Seilschaften, die es den Akademikern ermöglichen einflußreiche Posten von ihren ‘Alten Herren’ (nicht mehr studierende Verbindungsmitglieder) zugeschanzt zu bekommen etc.

Nun erwarte man aber nicht, dass die DB eine marginalisierte Gruppe am Rande der Gesellschaft ist. Angehörige der DB findet man nicht nur in der NPD, sondern auch in CDU/CSU, FDP und SPD und das in prominenten Positionen: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) oder Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, sind gleichermaßen Studenten in DB-Burschenschaften gewesen.
Nachdem die letzten größeren Gegenaktivitäten gegen den DB-Burschentag in Eisenach schon 10 Jahre zurückliegen, haben es sich einige Student_innen- und Antifagruppen zur Aufgabe gemacht über die DB aufzuklären und ihren Burschentag nicht ungestört ablaufen zu lassen: In Eisenach regt sich sonst nämlich kaum Protest: Die Nazis von der DB spülen Geld in die Kassen und auch hinsichtlich der antiemanzipatorischen Ideologie weiß sich die sogenannte Mitte der Gesellschaft in vielen Punkten einig mit der DB. Erinnert sei hier nur an die ‘Sarrazindebatte’, die von antimuslimischem Ressentiment und Sozialchauvinismus gegenüber den sowieso schon überflüssige Gemachten geprägt war, die Hetzkampagne Guido Westerwelles gegen sogenannte Sozialschmarotzer, das alltägliche Sterben an den Aussengrenzen der EU usw.

Wir sprachen mit Jan vom Bündnis gegen Burschentage über die Gründe für den Protest.
Für weitere Informationen geht bitte auf: http://gegenburschentage.blogsport.de/ und unter http://bit.ly/m35Azd findet Ihr auch eine Zeitung des Bündnisses, die sich sehr ausführlich mit den Kritikpunkten an der DB befasst.
Das Telephon-Interview haben wir geführt, indem wir den Lautsprecher des Telephons angeschaltet und ein Mikrophon darüber gehängt haben. Das ist skurill, aber es funktioniert überraschend gut.
Weil die Technik des Telephon-Hybrid gestreikt hat, mußten wir zu ungewöhnlichen Aufnahme-Methoden greifen. Die Tonqualität kann sich dafür aber echt noch hören lassen!
Musik in der Sendung:
1. Camo & Krooked – Nothing Is Older Than Yesterday by Viper Recordings
2. Chase & Status – Time Ft. Delilah – Queensway Remix
3. The Faint – How Could I Forget
4. Skrillex – Rock n’ Roll (original mix) by Jam Master Sham
5. K.I.Z – Doitschland schafft sich ab

Sendung vom 25.04.2011

25. April 2011
Teaserbild zu einem selbstorganisierten Seminar zur Kritischen Theorie an der Uni Tuebingen

Selbstorganisiertes Seminar zur Kritischen Theorie

Gegen die weitgehende Ausblendung und Abfertigung der Kritischen Theorie in den Geisteswissenschaften an der Uni Tuebingen wurde von studentischer Seite ein Seminar zur sogenannten Frankfurter Schule organisiert. Es sollen Texte von Horkheimer, Adorno, Marcuse, Fromm und Anderen gelesen werden um einen Ueberblick ueber die wichtigsten Gedanken der Theoretiker aus dem Umfeld des Instituts für Sozialforschung zu bekommen. Hier kann man zwar keine ECTS-Punkte oder Scheine erwerben, dafür aber erste Einblicke in eine vehemente Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft, an den ideologischen Aspekten ihrer Wissenschaft (die sich selbst fälschlicherweise als neutral auffasst) und am Bewusstsein der bürgerlichen Individuen bekommen. Im Studiogespräch unterhielten wir uns mit dem Organisator des Seminars Jakob Hasselmann über seine Gründe das Seminar zu veranstalten. Wir klärten warum die Kritische Theorie interessant ist, stellten die Frage warum sie aus den Universitaeten verdraengt wird und versuchten eine erste Annaeherung an den Begriff der Kritik in der Kritischen Theorie. Außerdem fragten wir, wie das Seminar ablaufen soll und wie die erste (nur organisatorische) Sitzung abgelaufen ist.

Wer sich für das Seminar interessiert, kann jederzeit noch einsteigen, da die einzelnen Veranstaltungen einander nicht voraussetzen. Die Sitzungen finden immer Donnerstags von 16-18 Uhr im Raum 021 am Institut für Politikwissenschaft in der Melanchthonstraße 36 statt. Hier erhaltet Ihr einen Seminarplan. Auch alle weiteren Informationen erhaltet Ihr auf dem Blog der Kritischen Uni Tuebingen: kut.blogsport.de

Beiträge zum Nachhören

Vorstellung Jakob Hasselmanns, der das Seminar veranstaltet
 

Warum Kritischen Theorie? Was ist Kritische Theorie?
 

Organisation und Inhalte des Seminars
 

Wie das Seminar angelaufen ist
 

Musik in der Sendung

Sendung vom 31.01.2011

31. Januar 2011

In dieser Sendung haben wir uns unter anderem mit einer “Studie” beschäftigt, die “linke Gewalttaten” gegen Verbindungsstudenten dokumentieren soll.
Das Studiogespräch könnt Ihr hier nachhören:

 

Die Studie entlarvt sich selbst: Praktisch keine Beweise und eine Auswertung auf intellekuell erbärmlichen Niveau, die den Leser für dumm verkaufen möchte. Zweck scheint zu sein, einen “Beleg” für andere Autoren zu liefern, die über angebliche linke Gewalt schreiben wollen und dann auf diese Studie verweisen können. (weiter…)

Sendung am 3. Januar 2011

9. Januar 2011

Live: 03.01.2011
Wdh.: 10.01.2011

Schwerpunkt-Sendung: Spitzel beim Bildungsstreik. Linke Studi-Gruppen als Einstieg in die “linke Szene” für Verfassungsschutz und Polizei.

Beitrag von Radio Dreyeckland aus Freiburg:
Rechtliches zum Heidelberger Spitzelskandal
 
Interview mit Mareike von der roten Hilfe Heidelberg zum enttarnten LKA Ermittler mit dem Deckname Simon Brenner. Wurden Geheimdienst- und Polizeitätigkeiten vermischt, gab es eine rechtliche Grundlage für die Überwachungsmaßnahme und wie gehts für Betroffene und Heidelberger Szene weiter?

Beitrag dazu (nicht in der Sendung gespielt) von Radio F.R.E.I. aus Erfurt: LKA-Spitzel Enttarnung in Heidelberg
 
Telephon-Interview (auch mit Mareike von der Roten Hilfe Ortsgruppe in Heidelberg) zu den Umständen der Enttarnung des LKA-Spitzels in der linke Szene in Heidelberg.

Studio-Gespräch mit “Zeitzeuge” Tobias Kaphegyi über Spitzel-Fälle in Tübingen und die Enttarnung eines V-Manns bei der Tübinger “LiStA” (Linke Studierenden-Assoziation).
 

Sendung am 25.10.2010 Studiogespräch zum Thema Inklusion mit Jakob Herrmann und Peter Hudelmaier-Mätzke

2. November 2010

Es ist des Öfteren die Rede vom ‘dreigliedrigen Schulsystem’, was jedoch falsch ist. Vergessen werden dabei die sogenannten Sonder- und Förderschulen. Wenn nicht vergessen, werden sie ausgeklammert, als Sonderfall erachtet, der nicht der Norm entspricht. In diesem Denken drückt sich die Vorstellung einer bestimmten ‘Normalität’ aus, die nicht alle Menschen umfasst. Sie bildet das gedankliche Gegenstück zur realen Trennung.

Normalität wird anhand vieler verschiedener Dimensionen gedacht und in der Praxis organisiert, so gilt beispielsweise Heterosexualität als normal und ein behinderter Körper als nicht-normal. In diesem Studiogespräch mit Peter Hudelmaier-Mätzke und Jakob Herrmann wollen wir einerseits – ausgehend von der Dimension der Behinderung – klären was Menschen erleben, die nicht Teil der gesellschaftlich wirksamen Norm sind und andererseits das Konzept der sozialen Inklusion vorstellen. Peter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen und Jakob ist aktiv in der Landesarbeitsgemeinschaft Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Partei die Linke. Beide beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit dem Thema Inklusion, wobei Jakob als Blinder zum Umgang mit Behinderung auch aus eigener Erfahrung berichten kann.

Das Konzept der Inklusion stammt aus der pädagogischen Forschung und wendet sich dagegen, dass Leute aufgrund bestimmter Dimensionen von Verschiedenheit aus der Gesellschaft als ‘Unnormale’ ausgeschlossen werden um sie dann – im Sinne des Konzeptes der Integration – an die ‘Normalität’ anzupassen. Der Inklusion geht es darum den Umgang mit der Verschiedenheit jedes einzelnen Individuums und das Eingehen auf seine Bedürfnisse als Normalität zu etablieren, in der niemand mehr ausgeschlossen ist, in der die Verschiedenheit als Normalität anerkannt wird.

 

_________________________________

Ergänzung vom 10.05.2012:
Nach der Sendung habe ich mit einem Freund darüber diskutiert und ihm den Inhalt zusammengefasst. Ich fand seinen Einwand berechtigt, dass in der Vorstellung, Inklusion solle doch herrschen, ein wichtiger Punkt ignoriert wird: Warum wurden und werden Behinderte eigentlich ausgegrenzt? Nur wenn man das weiß, kann man ja beurteilen, ob man weiß, was das angemessene Mittel wäre, diesen Zustand abzuschaffen. Nun lässt sich feststellen, dass es zumindest teilweise schon die Tendenz gibt, Konzepte der Inklusion durchzusetzen. Die zweite Frage ist daher, was der Grund dafür ist, dass jetzt diese Tendenzen zu beobachten sind, was sich also geändert hat, dass heutzutage die Absicht, Behinderten eine gleichere Teilnahme an der Gesellschaft zu ermöglichen, zumindest teilweise an Einfluss gewinnt.
Auf diese Fragen gibt ein Interview in der aktuellen Ausgabe der Strassen aus Zucker Auskunft. Ich zitiere hier den relevanten Teil:

Wie sieht die Ausgrenzung von behinderten Menschen heute
aus? Ich kenne mich da nicht aus, weiß nur, dass es Heime und
Sonderschulen gibt. Warst Du darin?
Nein. Aber dafür mussten meine Eltern auch sehr kämpfen.
Sie wollten, dass ich mit meinen Freund_innen aus der Straße
zusammen zur Schule gehen kann. Dafür musste ich mich aber
zahlreichen Tests unterziehen. Es brauchte viele ärztliche Gutachten.
Und trotzdem war die Einschulung nur auf Probe. Ich
hätte jederzeit aus der Schule genommen und in die Sonderschule
gesteckt werden können. Dass heute viele von „Inklusion“
reden und es keinen Zwang zur Sonderschule mehr gibt, ist
erfreulich. Allerdings kommen viele Schüler_innen mit Behinderung
trotzdem dahin, weil die normalen Schulen sagen, dass
ihnen das zu teuer ist oder dass ihre Lehrer_innen dafür nicht
ausgebildet sind. Abgesehen davon zeigt sich in dieser neuen
Politik auch eine Modernisierung des Kapitalismus.

Was meinst Du damit?
Naja, was als behindert gilt, hat viel damit zu tun, wie die Menschen
vernutzt werden sollen. Menschen, die wenig besitzen,
haben ja eigentlich nur ihren Körper, mit dem sie arbeiten
gehen und so Geld zum Leben verdienen können. Aber was,
wenn diese Arbeitskraft nicht „normal“ funktioniert? Dann gibt
es halt die Frage, wie man mit den als „unproduktiv“ etikettierten
Menschen umgeht. Da war Verwahrung halt das Übliche.
Heute jedoch, wo körperliche Arbeit, jedenfalls in Deutschland,
unwichtiger geworden ist, liegt ja all die „behinderte“ Arbeitskraft
brach. Die kann auch noch nützlich sein. Deswegen kriege
ich zum Beispiel einen Teil meines Autos bezahlt – aber nur,
wenn ich einen Arbeitsvertrag vorweisen kann. Bin ich hingegen
arbeitslos, muss ich nach Meinung des Staates auch nicht
aus der Wohnung raus. Für Fahrten zum Arbeitsamt oder für
Bewerbungsgespräche darf ich dann Taxiquittungen einreichen,
aber ansonsten soll ich halt zu Hause bleiben. Café oder Freund_
innen treffen zählt nicht. Mein erstes Auto bekam ich für die
Uni und streng genommen hätte ich es auch nur für Fahrten
zur Uni verwenden dürfen. Als ich den Abschluss machte, wollte
die Behörde das Auto zurück haben. Daran sieht man: Dass
Behinderte auch vernutzbar sind, ist heute allgemein durchgesetzt.
Und Behinderungen werden genau in dem Maße abgebaut,
wo sie der Vernutzung entgegenstehen. Aber ins Kino soll
ein arbeitsloser Mensch mit Behinderung nach dieser Ansicht
nicht unbedingt gehen.

Aber die Vorstellung: „Die sind behindert“ ist ja nicht nur eine
des Staates. Sondern die meisten Menschen rennen mit Körpernormen
– was „schön“, was „normal“ sei – durch die Welt.
Wie könnte man die auflösen?

Ich glaube, solange Behinderung zuallererst nur mit Schmerz,
Leid und Benachteiligung verbunden wird, wird sich das nicht
ändern. Aber wenn Menschen mit Behinderung als selbstbewusste,
als fröhliche oder auch mal genauso depressive Menschen
wahrgenommen werden und das ein Teil der Normalität
ist, könnte es sich langsam auflösen. Aber dafür müssten eben
erst mal all die gesellschaftlichen Behinderungen weg, all die
Knüppel, die man hier zwischen die Beine oder in die Rolliräder
geworfen bekommt.

Das ganze Interview kann man hier auf den Seiten 17-18 lesen.

______________________________________

Das Gespräch wurde ausgestrahlt in der Sendung vom 25.10.2010 und der Wiederholung vom 01.11.2010.

Weitere Texte zum Thema Inklusion finden sich hier.

Musik in der Sendung:

David Axelrod & David Mc Callum – The Edge

Placebo – Humpty Dumpty

Moderation

Für Euch im Studio:
09.04. ausgefallen!
23.04. Fabian Everding, Markus Jaggo
07.05. Tobias Kaphegyi
21.05. Flo
04.06. Tobias Kaphegyi
18.06. Fabian Everding, Markus Jaggo

immer live ab 17 Uhr

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